Charité-CFM Geschäftsführung greift die gewerkschaftlich aktivsten Kolleg*innen im Betrieb an.

Eine Provokation, um das Geschäftsmodell Niedriglohn zu retten!

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die ver.di Betriebsgruppe der Charité CFM hat eine Tarifkommission gewählt. Aus dieser wurde eine Verhandlungskommission bestimmt. Diese besteht aus:

  • dem zuständigen Gewerkschaftssekretär Marco Pawlik
  • Daniel Turek, Katharina Wehmhöfer, Christian Haberland und Sascha Kraft, alles Beschäftigte der Charité CFM
v.l.n.r. Christian Haberland, Sascha Kraft, Marco Pawlik, Katharina Wehmhöfer, Daniel Turek

Diese hat von den Charité-CFM-Kolleg*innen das Mandat erhalten, den Übergang in den TVöD bis 2023 zu verhandeln. Dieses Mandat haben sie wahrgenommen.

Niemand hat das bezweifelt.

Inzwischen gibt es Verhandlungen unter Beteiligung des Vertreters des Senats und der Charité Geschäftsführung. Alle sind davon ausgegangen, dass diese Verhandlungen jetzt schnell zum Abschluss kommen. Stattdessen erleben wir, dass die Charité-CFM Geschäftsführung mit unglaublichen, gewerkschaftsfeindlichen Methoden gegen die Mitglieder der Verhandlungskommission vorgeht und versucht, diese Kolleg*innen auszuschalten und ihnen die soziale Existenz zu nehmen.

  • Daniel Turek wurde unter fadenscheinigen Anschuldigungen fristlos gekündigt. Eine Mehrheit des Betriebsrates ist dem Antrag der Charité-CFM-Geschäftsführung gefolgt.
  • Christian Haberland als Mitglied der Tarifkommission hat einen Brief zu einer Anhörung erhalten.
  • Katharina Wehmhöfer wurde ein Auflösungsvertrag zugeschickt, mit der Aufforderung diesen unterschrieben zurückzuschicken.

Es kann kein Zweifel bestehen:

Diese Charité-CFM Geschäftsführung will damit den Kampf für den TVöD treffen und die Verhandlungen torpedieren.

Diese Geschäftsführung ist gewerkschaftsfeindlich. Auch in der aktuellen Auseinandersetzung:

  • Im Juli hat sie einen Werkvertrag mit der Firma „GO! Logistik Express“ abgeschlossen, um aktive, streikbereite Kolleg*innen zu ersetzen. Es fanden Gespräche eines „Personaldienstleisters“ mit gewerkschaftlich aktiven Mitarbeitern der Charité / CFM statt, mit dem klaren Auftrag die entsprechenden Mitarbeiter sofort rauszukaufen: „Wieviel müssen wir zahlen, damit Sie den Betrieb sofort verlassen.“
  • Im August und September hat sie in der Reinigung Kolleg*innen mit den Worten „Wenn Ihr Euch bei ver.di organisiert, verliert ihr Euren Arbeitsplatz“ eingeschüchtert.

Mit der Kampagne bei der Reinigung entpuppt sich diese Geschäftsführung auch als frauenfeindlich und ausländerfeindlich. Sie spricht gerade Frauen mit Migrationshintergrund das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung ab, und erklärt ihnen: für Euch bleibt nur der Armutslohn!

In der Begründung für die Entlassung von Daniel Turek stützt sich die Charité-CFM Geschäftsführung auf die Aussagen eines Betriebsratsmitgliedes, die sich in grober Weise in ihrer Religiosität verletzt sieht, Daniel Turek rassistische Äußerungen vorwirft, sowie Äußerungen, die sie als sexuell belästigend und diskriminierend empfunden habe.

Dabei erinnert sie sich plötzlich an Vorfälle aus dem März 2019, November 2019, Frühjahr 2020 (etwa an Anfang März) und an den 23. April 2020.

Die Geschäftsführung der Charité-CFM stützt sich auch auf eine Betriebsratsmehrheit.

Wir fragen die Betriebsratsmehrheit:

  • Wie rechtfertigt ihr es, gemeinsam mit der Geschäftsführung den Tarifverhandlungen und den streikenden Kolleg*innen in den Rücken zu fallen?
  • Wie rechtfertigt ihr es, bewusst einen Kollegen in die sofortige Arbeitslosigkeit, dreimonatige Sperrfrist vom Arbeitsamt und damit in eine existenziell bedrohliche Lage zu werfen?

Man kann und muss über gewerkschaftliche Strategien streiten, man kann rauen Ton zurückweisen.

Aber man kann niemals inmitten eines Kampfes einer Verhandlungskommission in den Rücken fallen und die Drecksarbeit für den Arbeitgeber machen!

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

In Deutschland haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das im Grundgesetz verankerte Recht auf gewerkschaftliche Organisierung. Genauso gibt es das Recht auf gewerkschaftlichen Kampf und Streik für einen Tarifvertrag. Die erfolgte Ausgliederung von Arbeiten und die Erpressungsdrohungen sind keine Akte, die irgendwelchen ökonomischen Notwendigkeiten folgen, sondern einzig und allein gewerkschaftsfeindliche Maßnahmen, mit dem Ziel, die bestehenden gewerkschaftlichen Strukturen zu zerschlagen.

Der jetzige Angriff auf drei Mitglieder der Verhandlungs- und Tarifkommission reiht sich in diese Entwicklung nahtlos ein.

Eine solche Geschäftsführung, die immer noch nicht verstanden hat, dass es gewerkschaftliche Rechte gibt, muss abgelöst werden.

Der Eigentümer, das Land Berlin, vertreten durch den Berliner Senat, muss sofort intervenieren.

  • Für die sofortige Rücknahme der Kündigung von Daniel Turek.
  • Für die Beendigung der Kampagne gegen die Mitglieder der Verhandlungs- und Tarifkommissionkommission.

Für die Fortsetzung der Verhandlungen unter Führung der bisher eingesetzten Verhandlungskommission.

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