„Erklärung der vier“

Erklärung der vier Mitglieder der Verhandlungskommission der ver.di – Tarifkommission der Charité-CFM

Zur Klarstellung 28.10.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Charité-CFM, liebe ver.di Mitglieder, liebe Kolleg*innen und Kollegen – auch außerhalb des Betriebes,

zunächst wollen wir uns bedanken. Die zahlreichen Solidaritätsadressen, die Unterstützung, die uns erreicht hat, haben uns überrascht und gefreut. Sie haben uns Mut gemacht und gezeigt, dass wir nicht alleinstehen. Im Gegenteil, viele haben deutlich gemacht, dass ein solcher Angriff auf uns alle als Angriff auf den gewerkschaftlichen Kampf im Betrieb verstanden wird.

Bedanken wollen wir uns auch bei unserer Gewerkschaft, ver.di. Nicht einen Moment haben die Verantwortlichen gezögert uns gegen diese Angriffe zu verteidigen. Unser Gewerkschaftssekretär Marco Pavlik steht uns wirklich zur Seite, wie auch die Rechtsabteilung von ver.di. Wir haben erlebt, es gibt gewerkschaftliche Solidarität und dass es gut ist, dass unsere Gewerkschaft unabhängig ist von einer Geschäftsführung.

Wir danken unserem Fachbereichsvorstand, der sich hinter uns gestellt hat.

Wir danken auch der Mehrheit jener ver.di – Gewerkschaftsmitglieder, die im Betriebsrat gegen die Entlassungen und Abmahnungen gestimmt haben.

Das Mandat der Verhandlungskommission

Die ver.di Betriebsgruppe der Charité CFM hat eine Tarifkommission gewählt. Aus dieser wurde eine Verhandlungskommission bestimmt. Diese besteht aus:

· dem zuständigen Gewerkschaftssekretär Marco Pavlik

· Daniel Turek, Katharina Wehmhöfer, Christian Haberland und Sascha Kraft, alles Beschäftigte der CFM

Diese hat von den Charité-CFM-Kolleg*innen das Mandat erhalten, den Übergang in den TVöD bis 2023 zu verhandeln. Dieses Mandat, unser Mandat, haben wir wahrgenommen.

Niemand hat das bezweifelt.

Warum kämpfen wir so für den TVöD? Bisher gelten Grundsätze für die Löhne, die die CFM Geschäftsführung je nach Belieben anwendet. Wir nennen das, wie auch viele Kolleg*innen, das „Nasenprinzip“. Denn wir wissen, dass dieses Prinzip Elemente der Willkür beinhaltet. Es gilt vor allem der Festschreibung des Niedriglohnes.

Als im Juli Kolleg*innen von der Geschäftsführung bedroht wurden: „Wieviel müssen wir zahlen, damit Sie den Betrieb sofort verlassen“, und als sie im August und September in der Reinigung Kolleg*innen mit den Worten eingeschüchtert haben, „wenn Ihr Euch bei ver.di organisiert, verliert ihr Euren Arbeitsplatz“, hat es von uns nur eine Antwort gegeben: TVöD für ALLE, und wenn wir ALLE sagen, dann meinen wir ALLE!

TVöD für Alle, heißt „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, unabhängig von Herkunft, Rasse, Religion, sexueller Orientierung oder Weltanschauung.

Mit unserem Kampf für den TVöD für ALLE, haben wir den Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Sexismus praktisch geführt, nicht nur verbal.

Mit der Kampagne bei der Reinigung entpuppt sich diese Geschäftsführung auch als frauenfeindlich und ausländerfeindlich. Sie spricht gerade Frauen mit Migrationshintergrund das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung ab, und erklärt ihnen: für Euch bleibt nur der Armutslohn!

Es sind nicht Worte, sondern die Praxis, die zählt.

Es soll der gewerkschaftliche Kampf getroffen werden

Es ist eine Kampagne der Geschäftsführung gegen die ver.di-Verhandlungskommission.

Dass eine Minderheit der ver.di Gewerkschaftsmitglieder im Betriebsrat, für uns völlig überraschend, den Angriff der Geschäftsführung unterstützt hat, kam aus heiterem Himmel und hat uns zutiefst getroffen.

Es sind drei von vier Mitgliedern der Verhandlungskommission von Kündigungsmaßnahmen betroffen. Das hat uns überzeugt, es kann kein Zufall sein.

Nicht wir persönlich sind gemeint, sondern die Verhandlungskommission an sich, wir alle, all jene, die mit uns für den TVöD gekämpft haben.

Getroffen werden soll damit unser aller gewerkschaftlicher Kampf und Streik für den TVöD.

Wir haben erreicht, dass Senat und Charité-Geschäftsführung die Verantwortung für geordnete Tarifverhandlungen übernommen haben. Der gewerkschaftsfeindliche Akt der Geschäftsführung der CFM, soll die Tarifverhandlungen, die auf einem guten Weg waren, torpedieren.

Wie weiter?

Nach diesen Erfahrungen mit der CFM- Geschäftsführung sind wir überzeugt, Verhandlungen mit ihr können nicht weitergeführt werden.

Wir erklären uns bereit, die Verhandlung mit dem Senat und der Charité – Geschäftsführung fortzusetzen oder gegebenenfalls mit einer Schlichtung des Tarifkonflikts , um möglichst schnell zu einem Abschluss zu kommen.

Selbstverständlich gehört dazu, dass unsere Kündigungen, Kündigungsdrohungen und Abmahnungen unverzüglich zurückgenommen werden.

Eure Verhandlungskommission

Daniel Turek | Christian Haberland | Sascha Kraft | Katharina Wehmhöfer | Marco Pavlik

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