Zum bevorstehenden Tarifabschluss bei der Charité / CFM

Ein großer Schritt aus dem Niedriglohn, ein Schritt in den TVÖD! Das Ende einer tarifvertragsfreien Zone!

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die ver.di Tarifkommission der Charité / CFM hat das Schlichtungsergebnis veröffentlicht und erklärt, „dass unter den gegebenen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen in der Schlichtung das überhaupt maximal Erreichbare herausgeholt wurde.“ Damit empfiehlt sie den ver.di Mitgliedern im Betrieb die Annahme des Schlichtungsergebnis.

Dafür gibt es gute Gründe:

  • Es ist eine Reallohnerhöhung für alle – und das in einer Zeit, in der die Reallöhne sinken oder stagnieren.
  • Es ist ein Tarifvertrag auf dem Weg zum TVöD, in dem alles geregelt ist.

Aber:

  • Es ist nicht der TVöD.
  • Die Arbeitskampfmaßnahmen der Arbeitgeberseite, insbesondere die Fremdvergabe an die Firma GO! Express & Logistics sowie die beiden Kündigungen der Verhandlungskommissionsmitglieder sind nicht zurückgenommen.

Erinnern wir uns:

Die Gründung der CFM vor 15 Jahre unter dem rot-roten Senat hatte zum Ziel, breite Teile der Beschäftigten und Aufgaben des Krankenhauses Charité zu privatisieren. Damit war die Schaffung von tarifvertrags- und gewerkschaftsfreien Zonen in der Charité verbunden, zur Bereicherung einiger weniger Privater.

Durch die gewerkschaftliche Organisierung, durch den gewerkschaftlichen Kampf wurde viel erreicht:

  • Das Ende der Beteiligung privater Investoren an der Charité / CFM. Seit dem 1. Januar 2019 gehört sie zu 100 % der Charité und ist damit wieder ein komplett landeseigner Betrieb.
  • Das Ende der tarifvertragsfreien und gewerkschaftsfreien Zone in der Charité / CFM.
  • Ein Haus-Tarifvertrag, der sich an Inhalt und Strukturen des TVöD orientiert und sich diesem deutlich annähert.
  • Ein kompletter Manteltarif- sowie ein Entgelttarifvertrag, der zwischen 88 % und 90 % des Tarifniveaus des TVöD erreicht. Damit wurde das undurchschaubare „Nasenprinzip“, auf das sich die Geschäftsführung gestützt hat, um die Kolleg*innen gegeneinander auszuspielen, abgelöst. Es werden geordnete Verhältnisse hergestellt, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion. 

Das ist das Ende der tarifvertragsfreien und gewerkschaftsfreien Zone in der Charité / CFM.

Der Kampf ist noch nicht zu Ende!

Er ist erst zu Ende, wenn die CFM aufgelöst und wieder alle ihre Betriebsbereiche in die Charité integriert sind.

Wir bleiben dabei:       Die Charité ist EIN Krankenhaus!

Es wird weiterhin Probleme bei der Umsetzung des Tarifabschlusses für die Charité / CFM geben, wie die Fragen der Eingruppierung und der Interpretation des Tarifvertrages. Der Tarifvertrag kann unterlaufen werden durch Arbeitsverdichtungen, Fremdvergaben und weiteres Outsourcing. Das wäre ein Angriff auf den Tarifvertrag.

Die ver.di Betriebsgruppe wird sicherlich auf die korrekte Umsetzung des Tarifergebnisses für die Charité / CFM achten.

Es ist für Alle verhandelt worden, es gibt ein Ergebnis für Alle, es muss für Alle umgesetzt werden

Dafür braucht die Belegschaft eine starke Gewerkschaft ver.di.

Die Rücknahme der Kampfmaßnahmen des Arbeitgebers muss noch erkämpft werden!

Das heißt die Rücknahme der Kündigungen von Daniel Turek und Christian Haberland.

Daniel Turek hat unbezahlt, als mit Hausverbot versehener Kollege, die Verhandlungen in der Schlichtung mitgeführt. Das nennen wir Solidarität und Einsatz für die Interessen der Beschäftigten.

Der Tarifkampf ist nicht beendet, bis die Wiedereinstellung von Daniel Turek und Christian Haberland erfolgt ist.

Jede(r) Kolleg*in im Betrieb weiß, dass sich die Geschäftsführung bei ihrem Angriff auf die ver.di Verhandlungskommission auf eine Mehrheit im Betriebsrat und den Betriebsratsvorsitzenden stützen konnte. Jede(r) Kolleg*in weiß, dass diese Aktion den Kampf der Belegschaft für den TVöD sehr erschwert hat.

Jede(r) Kolleg*in weiß, dass diese Mehrheit ihre tagtäglichen Aktionen gegen ver.di Betriebsräte, die gegen die Kündigungen gestimmt haben, fortsetzt.

Das kann kein Kollege, keine Kollegin akzeptieren.

Diese Mehrheit im Betriebsrat ist aufgerufen, sich für die Solidarität der Gewerkschaft und der Belegschaft zu entscheiden. Das verlangt, dass sie sich öffentlich für die Aufhebung der Kündigungen von Daniel Turek und Christian Haberland einsetzt.

Respekt vor dem gewerkschaftlichen Kampf heißt:

Wiedereinstellung von Daniel Turek und Christian Haberland

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